Sunset Sailing

Manchmal braucht es für einen gelungenen Abend nur wenige Zutaten: drei Boote (immerhin), sechs nette Personen (Sailart-Connection), schönes Wetter – hier der Sonnenuntergang am Werratalsee, ein paar Gläser und ein Fläschchen guten Wein, wahlweise etwas zum Knabbern und jede Menge Gesprächsstoff …. Dann läuftst! Wind ist überbewertet.

Nur für den Fall, dass Fragen nach dem dritten Boot aufkommen…. das Boot mit der Kamera und der tollen Sicht 🙂

Vom Segeln und Fliegen

Es ist Freitag und es ist das letzte Segeljugendtraining in dieser Saison, am Ufer haben sich eine Handvoll Schaulustige eingefunden, strahlender Sonnenschein bei knapp 18 °C und angenehmen 3 Bft Wind. Für Bernd-Peter Pohle, dem Jugend- und Sportwart, des WSSC soll heute ein Traum in Erfüllung gehen. Und vielleicht ist es der zweite Vorname, welcher an Peter Pan erinnert, der mit diesem wunderbaren Gedanken, Sie wissen schon, der den Ehrgeiz beim Fahrer des Trainerbootes befeuerte.

Kurzum es ist der Traum vom Fliegen. Das Trainerboot, hier kommt der Name „Möwe“ nicht von ungefähr, wirkt leider, leider schon immer etwas behäbig. Von einer „Möwe“ darf mehr erwartet werden!

Und genau das sollte sich nun ändern!

Der träge Dampfer bekam einfach ein fettes Tuning, ein Umrüsten des tuckernden Benziners, eine Feinabstimmung aller Bauteile, eine kleine und durchdachte Umbaumaßnahme.

Im Resultat steckt jetzt im alten Aluminium-Druckguss-Gehäuse des Motors am Heck, ein flüsterleiser 3,6 PS-starker Plug-in Hybrid, quasi der Wolf im Schafspelz, der die „Möwe“ in einen echten Boliden verwandeln und schlussendlich durchzugsstark in den Gleitflug versetzen soll.

15:52 Uhr, Trainer Pohle lässt die Maschine sanft anlaufen, die „Möwe“ schiebt sich unerschrocken aufs Wasser hinaus. Knisternde Spannung liegt über dem Werratalsee, zunächst noch gepaart mit anfänglichen Minimalproblemen…, …nachdem aber dem upgecycelten Gashebel mit einigen wenigen Sprühstößen Kontaktspray geholfen wurde, gelingt es Pohle, der sich selbst als Sportboot-Profi sieht, im Testlauf bereits beim dritten Versuch seinen Traum vom Gleitflug, vom Abheben, vom Fliegen umzusetzen. Die „Möwe“ verlässt nahezu lautlos, sieht man einmal vom Rauschen des Schraubenstroms ab, die Wasseroberfläche. Sie fliegt – Pohle ist zufrieden, strahlt, wie einst Otto Lilienthal. Beide vereint fortan der Ruf „Luftpionier“ zu sein.

Im Training sind, dank dieses Erfolges, die Trainierenden deutlich schneller zu erreichen, die Trainerboote „Ente“ und „Dietemann“ werden auf die Plätze verwiesen.

Der Spaß ist riesig! Und so freuen sich auch alle auf die kommende Saison.

Apropos Spaß! Segeltraining macht einen Riesenspaß und dieser Artikel wird dem Spaßbegriff umfassend gerecht.

Die alte „Möwe“ bleibt eben alte „Möwe“. 🙂 … aber: cool wäre es doch schon… oder?